9 Tipps, wie Sie den richtigen Sport für sich finden!

Wie Sie den richtigen Sport für sich finden, scheint manchmal eine Wissenschaft für sich zu sein. Nicht immer gibt es das Angebot, das Sie sich erhoffen. Oder die Trainingsleitung hat keine Qualifikation dafür. Oder die Zeit passt nicht. Damit Sie, motiviert von der Mutter-Kind-Kur, zu Hause nicht gleich wieder aufgeben, haben wir unsere Sporttherapeutin Brinja Terborg nach ihren besten Tipps für Sie gefragt!

Wir alle wissen inzwischen: Sport ist gut für unsere Gesundheit, da wir evolutionsbedingt keine Sitz-, sondern Bewegungstiere sind. Doch dieser Gedanke allein hat wahrscheinlich noch niemanden vom Sofa geholt.

Warum also ist Sport gerade für unsere Patientinnen so wichtig?

Sporttherapeutin Brinja Terborg sieht da vier Faktoren, die in der öffentlichen Gesundheits-Diskussion oft untergehen. Sport ist gerade für unsere Patientinnen so wichtig …

  1. … um zu sich selbst zu finden.
    Viele Menschen haben verlernt, sich mit ihrem eigenen Körper auseinanderzusetzen, ihn und sich selbst wirklich zu spüren, ohne auf die Einflüsterungen des Umfelds und von Social Media zu hören. „Aber wir finden am besten durch Atem und Bewegung zu uns“, sagt Brinja Terborg. „Wir können dann unseren Puls, unseren Herzschlag spüren.“ Und wir bekommen endlich wieder ein Gefühl für unseren Körper.
  2. … als Ausgleich zum Alltäglichen.
    „Wir haben so viele Routinen im Alltag“, sagt Terborg, „und merken oft nicht, wie eingefahren wir sind.“ Denn wir bewegen uns immer gleich und relativ wenig, wir gewöhnen uns schlechte Haltungen an (z. B. vornüber gebeugt mit dem Blick aufs Handy), und wir hetzen wie im Hamsterrad vor uns hin, immer mit dem Blick auf den nächsten Termin. Dafür benötigen wir einen Ausgleich in jeder Hinsicht.
  3. … als Ventil zum Stressabbau.
    „Den ganzen Tag über erleben wir verschiedene Einflüsse und Reize“, sagt Terborg. „Wenn wir den Stress nicht zwischendurch mal abbauen, dann nimmt er bald überhand. Deshalb kann Sport den perfekten Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung schaffen.“
  4. … um den Spaßfaktor im Leben hochzuhalten.
    „Finden Sie den richtigen Sport für sich, dann werden Sie erleben, dass Ihnen die Bewegung sehr viel Spaß machen kann. Ob Sie in einer Gruppe Sport machen, alleine oder mit der Familie.“ Aber auch, ob Sie Marathon laufen, ins Fitness-Studio gehen oder nach dem Abendbrot mit der Familie um den Block spazieren, um zu entschleunigen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Das kann auch die Bindung zu den Kindern stärken.

9 Tipps, wie Sie den richtigen Sport für sich finden!

Und hier kommen nun die Tipps von unserer Sporttherapeutin, wie Sie den richtigen Sport für sich finden können.

Tipp 1: Es muss gar kein Sport sein!

Viele denken bei Sport gleich an Triathlon, tägliches Hanteltraining oder Volleyball. Dabei muss Ihr Sport gar nicht so groß sein. Er muss auch nicht leistungsorientiert sein. Sie müssen sich keine großen Ziele setzen. „Das Wichtigste ist, dass Sie sich dabei wohlfühlen“, sagt Brinja Terborg. Fangen Sie deshalb an mit Dingen, die Ihnen guttun, z. B. mit einer Decke am Boden und zehn oder fünfzehn Minuten Mobilisation der Gelenke und ein paar Streckübungen. Dafür haben wir alle jeden Abend Zeit.

Tipp 2: Sie brauchen keine Sportmontur!

Manche scheitern schon daran, sich die richtigen (teuren) Sportklamotten kaufen zu müssen. Doch „die braucht es gar nicht“, so Terborg. „Wir alle haben doch eine Jogginghose oder Leggings im Schrank und ein paar Turnschuhe.“ Die reichen für das meiste schon völlig aus!

Tipp 3: Machen Sie sich Ihre Voraussetzungen klar.

  • Überlegen Sie zunächst, ob Sie lieber in einer Gruppe mit Gleichgesinnten oder alleine Sport machen möchten.
  • Sind Sie gerne zeitlich unabhängig? Oder sind Sie der Typ, der einen festen Tag und feste Uhrzeiten benötigt, um dann auch wirklich hinzugehen?
  • Und wie ist es in dieser Zeit mit der Kinderbetreuung? Kann Ihnen jemand den Rücken während Ihrer Sportzeit freihalten?
  • Was geben Ihre Finanzen her: Ist eine Vereinsmitgliedschaft oder das Fitness-Studio möglich, oder ein Volkshochschul- oder Onlinekurs?
  • Und welche Angebote gibt es in Ihrer Nähe, damit Sie nicht noch endlose Fahrzeiten haben? Schauen Sie in die Zeitung, ins Programm der Volkshochschule und auf die Websites der lokalen Sportvereine. Fragen Sie andere Eltern, was die machen. Und lassen Sie sich auf den Sportfesten in Ihrer Gegend inspirieren.

Tipp 4: Wählen Sie, was Ihnen Spaß macht.

„Die Zeiten, wo wir dachten ‚Sport ist Mord‘, sind lange vorbei“, sagt Brinja Terborg. „Sport sollte Spaß machen!“ Bringt Ihnen z. B. etwas mit Musik mehr Spaß als ohne, dann schauen Sie, welche Angebote es mit Musik gibt. Denn der Spaß ist ein wichtiger Faktor dabei, auch wirklich am Sport dranzubleiben. Auch dann, wenn die Familie zu Hause Sie vermisst.

Tipp 5: Wählen Sie den passenden Ausgleich zur Arbeit.

Sitzen Sie viel bei der Arbeit, dann wäre Rudern oder Hanteltraining im Sitzen vielleicht nicht so ideal. Suchen Sie sich also einen Sport aus, der auch die anderen Teile Ihres Körpers in Schwung bringen kann.

Tipp 6: Fangen Sie klein an.

Haben Sie sehr lange keinen Sport mehr gemacht, sind Sie damit nicht alleine. Und Sie müssen auch gar nicht von Null auf Hundert springen, also vom Sofa sofort zum Marathonlauf oder Stabhochsprung. Fangen Sie klein an! Haben Sie sich unsere Übungen während der Kur bereits aufs Handy geladen, fangen Sie damit an. Haben Sie diese nicht, dann beginnen Sie z. B. mit abendlichen Spaziergängen mit der Familie oder damit, dass Sie eine Station früher aus der S-Bahn aussteigen und den Rest laufen. Fangen Sie mit etwas an, das Ihnen das Gefühl gibt, dass Sie sich gerade etwas Gutes getan haben. Und involvieren Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin oder auch Ihre Kinder, indem Sie z. B. gemeinsame Übungen machen. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht gleich überfordern. Dann wird es nicht lange dauern, bis Ihr Körper sich umgewöhnt hat, sich auf die Bewegung freut und Ihnen zum Dank einen großen Sack Glückshormone ausschüttet.

Tipp 7: Beachten Sie Ihre Regenerationszeit.

Haben Sie erst einmal Spaß an dem richtigen Sport gefunden, möchten Sie vielleicht immer mehr davon. Achten Sie aber immer auf Ihre Regenerationszeit. Pausieren Sie ein, zwei Tage nach einem Sporttag. „Sport soll immer auch Entspannung bringen“, sagt Brinja Terborg. „Denn nur dann haben Sie anschließend wieder Energie für ihre Familie, Ihren Job und Ihre Hobbys.“

Tipp 8: Integrieren Sie Sport wie Zähneputzen.

Wir alle haben Routinen, über die wir gar nicht mehr nachdenken. Wir stehen auf, duschen, putzen die Zähne, ziehen uns an, machen Frühstück, essen usw. „Genauso sollte Sport sein: Eine ganz normale Routine, für die wir uns nicht entschuldigen müssen“, sagt Terborg. „Denn Sport ist nicht Egoismus, sondern er ist ein wichtiger Faktor für die eigene körperliche und mentale Gesundheit. Das kommt ja auch der Familie zugute!“ Tragen Sie sich deshalb auch Ihre Sporttermine genauso in den Kalender ein wie die Termine für die anderen Familienmitglieder. Und lassen Sie sich von Ihrem Handy immer frühzeitig daran erinnern.

Tipp 9: Freunden Sie sich mit Ihren inneren Schweinehund an.

Manchmal muckt er trotzdem noch auf, der innere Schweinehund, selbst wenn der Sport wirklich Spaß macht. Schauen Sie deshalb, ob Sie sich mit ihm anfreunden können, z. B. indem Sie morgens schon Ihre Sporttasche ins Auto legen. Weitere Tipps, wie Sie diesen Hund vom Sofa bekommen, finden Sie hier: „Selbstmotivation nach der Kur: Wie können Sie im Alltag den inneren Schweinehund überwinden?

Der richtige Sport kann Ihre Lebensqualität erhöhen!

Ob Sie in der Mittagspause Mobilisations- und Entspannungsübungen machen, mit der Familie einen Abend- oder Sonntagsspaziergang machen, ins Fitness-Studio gehen oder sich tatsächlich auf einen Marathon vorbereiten: Der richtige Sport kann Ihre Lebensqualität erhöhen. Er kann Spaß in Ihren Alltag bringen. Er kann Ihnen Energie geben, was Ihrer Familie und Ihrem Job zugute kommt. Er kann die Bindung zu ihrer Familie stärken, wenn Sie z. B. gemeinsam Sport machen. Und er kann Ihre körperliche und mentale Gesundheit verbessern, was sich wiederum auf Ihr gesamtes Leben auswirken kann.

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